Dietmar Bartsch steht bei Lanz mit Forderung nach Diplomatie alleine

Politik-Expertin Berlin: Putin reagiert nur auf Stärke.

Am heftigsten widerspricht ihm an diesem Abend die Beraterin und Außenpolitik-Expertin Jessica Berlin. Sie argumentiert, es sei Tatsache, dass Putin ein deklariertes Ziel habe: “Die Vernichtung der Ukraine als Staat, der Nation, die Vernichtung der Bevölkerung, das setzt er gerade um”. Man müsse Putin militärisch begegnen. “Wladimir Putin reagiert nur auf Stärke. Jedes Zeichen von Zögern im Westen sieht er als Einladung, weiterzumachen”, erklärt sie – und bezeichnet die Idee, dass alleine Sanktionen den Krieg beenden könnten, als “Fantasie”.Sowohl Berlin als auch die Journalistin Olivia Kortas sind sich einig: Deutschland hat seine Versprechen bislang nicht eingehalten und nicht genügend geliefert. Dies steht im Gegensatz zu Bartschs Aussage, Deutschland habe in der Ukraine bereits viel geleistet. Kortas, selbst Deutsch-Polin, erzählt von Gesprächen mit Ukrainerinnen. “Sehr häufig habe ich ihnen gesagt, dass ich deutsche Journalistin bin. Da schlug mir häufig Frust entgegen”.

Historiker Neitzel zieht historischen Vergleich

Der Historiker Sönke Neitzel ist in seiner Kritik an Bartsch zwar etwas zurückhaltender, aber inhaltlich nicht weniger vehement. “Mit Sanktionen hat man noch nie einen Krieg beendet”, erklärt er – dies sei historisch bewiesen. Seiner Meinung nach habe Europa jegliche Entscheidung auf die USA ausgelagert. Worin er Bartsch ebenfalls widerspricht: Die Vereinigten Staaten hätten kein Interesse an diesem Konflikt. “Ich glaube, dass auch die Amerikaner ratlos sind, wie sie diesen Konflikt lösen können.”Und weiter: “Der strategische Schwerpunkt für sie ist China. Eigentlich war der Deal: Ihr Europäer müsst mit Russland zurechtkommen, wir kümmern uns um China”. Der Ukraine-Krieg komme für die USA zu einer “Unzeit”. Eine “Hidden Agenda” könne er nicht entdecken: “Ich bin noch nicht draufgekommen. Und wenn ich mit Leuten aus der Rüstungsindustrie spreche, dann erkennen die auch keinen Plan”.

“Wir alle wollen, dass dieser Scheißkrieg endlich endet”

Für ihn ist klar: “Es ist jetzt eine Frage der Waffenlieferung. Denn es geht um die Frage: Überlebt die Ukraine als Staat oder nicht?”. Dann wird er in seiner Formulierung drastisch: “Wir alle wollen den Frieden. Wir alle wollen, dass dieser Scheißkrieg endlich endet”. Jedoch könne man Putin nicht trauen – auch bei einem Waffenstillstand. “Wir müssen die Ukraine zumindest in einen Zustand ersetzen, bei dem Putin sagt: ‘Mit konventionellen Mitteln werde ich mir die Zähne ausbeißen'”. Würde man Putin bei einem möglichen Waffenstillstand mehr oder weniger gewähren lassen, würde er nach Einschätzung des Historikers in Odessa einmarschieren – und dies wäre fatal.”Die Zeit ist auch eine Waffe für Putin”, meint Berlin – und führt aus: “Putin hat beim Zusammenbruch von Afghanistan genau zugeschaut und Popcorn gegessen und gelacht. Es ist kein Zufall, dass nach Afghanistan, nach dem Regierungswechsel in Deutschland und der USA, dieser Krieg gekommen ist. Er hat das lange geplant und auf seinen Moment gewartet. Wenn wir mit unserem Zögern ihm zeigen, dass die Bereitschaft nicht da ist, proaktiv in diesem Krieg zu agieren und Russland zu zeigen, dass das so nicht geht, dann werden wir in seine Hände spielen.”

Thank you for reading the Dietmar Bartsch steht bei Lanz mit Forderung nach Diplomatie alleine by CHilloLyRiCs Hope You like the article, Do share on social media like Facebook, twitter etc.

Leave a Comment